Aufruf zum Care Streik 2027

auf knallig gelbem Hintergrund steht in Schwarz gross Es Wird Gross! Care Streik 2027

Update Juli 2026

Care-Arbeit bedeutet Sorgearbeit. Wir alle leisten sie. In der Lohnarbeit oder auch im privaten Umfeld: zum Beispiel Kinder aufziehen, sich um pflegebedürftige Menschen kümmern, oder ein offenes Ohr für befreundete Personen haben. Care-Arbeit orientiert sich an den menschlichen Bedürfnissen und erhält das körperliche, intellektuelle und emotionale Wohl der Menschen und somit alle unsere Lebensgrundlagen. Care-Arbeit stellt die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft dar. Care-Arbeit wird im patriarchalen System als “weiblich” gesehen und dadurch abgewertet. Sie wird schlechter bezahlt und bekommt weniger Anerkennung, obwohl sie wichtig ist und gelernt werden muss. Diese sogenannte feminisierte Arbeit wird zu einem Grossteil von Frauen, Lesben, inter, non-binären, trans und agender Personen (FLINTA Personen), aber auch Migrant*innen und anderen benachteiligten Gruppen geleistet. Dieses System funktioniert nur noch, weil (mehrfach) diskriminierte Menschen die Care-Arbeit ohne Anerkennung leisten.  

Care-Arbeit betrifft uns alle, denn alle Menschen sind abhängig von Care! Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Im Gegenteil: Prognosen zeigen, dass die Gesellschaft durchschnittlich älter wird und dadurch die benötigte Care-Arbeit zunehmen wird. Auch die durch die Klimaerwärmung ansteigenden humanitären Katastrophen werden mehr Care-Arbeit erfordern. Doch anstatt diese Arbeit als gesellschaftserhaltend anzuerkennen, basiert das kapitalistische System auf der Ausbeutung dieser Care-Arbeit durch schlechte Bezahlung, wenig Wertschätzung, und schlechte Arbeitsbedingungen. Auch die parlamentarische Politik unterlässt es, angemessen auf den Notstand in der Care-Arbeit zu reagieren. Gerade wieder wurde unter dem Deckmantel der “Sparmassnahmen” die vom   Stimmvolk so klar angenommene Pflegeinitiative entkräftet. Und noch schlimmer: Mit dem „Entlastungspaket 27“ könnten die Ausgaben im Sozialen noch einmal massiv gekürzt werden. Noch weniger Ressourcen in der Bildung und Gesundheitsversorgung bedeuten den endgültigen Kollaps der bezahlten Care-Arbeit. Anstatt dass in funktionierende Sorgestrukturen investiert wird, werden Millionen von Franken in die Aufrüstung bzw. Rüstungsindustrie gesteckt. Die Bürgerlichen wollen uns so Sicherheit versprechen. Doch ihre Sicherheit meint Abschottung, Aufrüstung und Gefängnisse – den Schutz vor einem äusseren Feind. Strukturelle Gewalt und prekäre Lebensbedingungen bleiben dabei unangetastet. Unser Sicherheitsverständnis ist ein anderes: Es basiert auf Solidarität, Fürsorge und Selbstbestimmung. Sicherheit entsteht durch gute Lebensbedingungen – ohne Armut, mit einer guten Gesundheitsversorgung, guter Kinderbetreuung und Zeit füreinander. Für uns bedeutet Sicherheit: Ressourcen für Care-Arbeit. Denn Care-Arbeit sichert Leben.

Doch das ist nur ein Ausdruck des zugrunde liegenden Problems: Care funktioniert nicht in der kapitalistischen Logik. Im Versuch, diese Arbeit effizienter zu machen, werden die Arbeitsbedingungen unvermeidbar prekärer. Die Care-Arbeitenden stehen immer stärker unter Stress und können die Arbeit nicht mehr in der gleichen Qualität ausführen. Care-Arbeit kann kaum optimiert werden, sie muss von Menschen geleistet werden und braucht Zeit. Trotzdem braucht der Kapitalismus die Care-Arbeit, um zu existieren, und zwar möglichst günstig, bis unbezahlt. Dass unsere Ökonomie die Care-Arbeit komplett ausser Acht lässt, ist einer der zentralen Gründe, warum der Kapitalismus zum Scheitern verurteilt ist und kollabieren wird. Unsere Gesellschaft kann nur nachhaltig funktionieren, wenn wir in einer Wirtschaftsform leben, in der Care zentral ist, und die den Bedürfnissen der Menschen dient, anstatt Profit über das Leben zu stellen.

So kann es nicht mehr weitergehen. Damit die Care-Arbeit endlich gehört und gesehen wird, und ihren Platz im Zentrum der Gesellschaft einnehmen kann, muss sie stillstehen. Am 14. Juni 2027 streiken wir. Und zwar in allen Care-Bereichen: bezahlt & unbezahlt, Zuhause, in der Gesundheitsversorgung, in Schulen, in Kitas, Kindergärten oder schulergänzenden Betreuung, in der Reinigung, in der Sexarbeit, in Wohn- und Pflegezentren, Unterkünften und allen anderen Orten. Denn nur so wird endlich klar: Ohne Care-Arbeit geht gar nichts! 

Die Unterzeichnenden: 

8. März Unite Zürich

Action for Palestine Switzerland

Afghan Women Association AWAS

Aktionstage Enough Zürich

Alternative Linke Winterthur

Alternative Linke Zürich

AMAK Kollektiv

Art+care

Association Palace St. Gallen

Autonome Schule Zürich

AvenirSocial Ostschweiz – Berufsverband Soziale Arbeit

BastA! Basels starke Alternative

Beritan Frauenrat – Kurdische Frauenbewegung Zürich

Berjîn Zenda Kurdischer Frauenrat Bern

Bewegung für den Sozialismus Basel 

Bewegung für den Sozialismus Zürich

Bewegungsfreiheit für alle (Bfa!)

Bibliothek Wyborada – feministische Bibliothek der Ostschweiz

Bildungsgruppe VPOD 

Büezer*inne Beiz

Büro für Feminismus

Campax

Catcalls of Basel

Catcalls of Zurich

Collectif anticapitaliste Fribourg

Collectif Féministe Jura

Collectif féministe Valais 

CSD Baselland

CSD Bern 

CSD Zureich

CSD Winti

Dachorganisation der Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein (DAO)

DIA Kollektiv

Die Feministen 

du-bist-du

Eidgenössische Kommission Dini Mueter (EKdM)

F96 

FAJ Basel

FAJ Bern 

FAR Winterthur – feministisch, antifaschistisch, revolutionär

Feministisches Hochschulkollektiv Bern

Feministisches Streikkollektiv Aargau 

Feministisches Streikkollektiv Basel 

Feministisches Streikkollektiv Bern 

Feministisches Streikkollektiv Graubünden 

Feministisches Streikkollektiv Luzern

Feministisches Streikkollektiv Olten 

Feministisches Streikkollektiv Schaffhausen 

Feministisches Streikkollektiv St. Gallen

Feministisches Streikkollektiv Thun BeO

Feministisches Streikkollektiv Thurgau 

Feministisches Streikkollektiv Winterthur

Feministisches Streikkollektiv Zug 

Feministisches Streikkollektiv Zürich 

femtak – Feministisches Tanzkollektiv Basel

FINTA-Treff St.Gallen

FIST – Feministisches Internationalistisches Solidarisches Treffen

FIZ – Fachstelle für Migrant*innen. Gegen Ausbeutung & Menschenhandel.

Frauenhaus Zürich

Free Iran Switzerland

Freie Arbeiter*innen Union Lokalsyndikat St. Gallen

Freiplatzaktion Zürich

Frieda – Die feministische Friedensorganisation / 16 Tage gegen Gewalt

Gastra Kollektiv 

Gegen Lager

Gewerkschaft Unia

Gewerkschaft Unia Zürich-Schaffhausen

Gewerkschaftsbund St.Gallen-Appenzell

Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ)

Grauer Block Basel

Grève féministe Fribourg

Grève féministe Unil-Epfl

GRÜNE Schweiz

GRÜNE Stadt und Region St. Gallen

GRÜNE Stadt Zürich 

GSoA – Gruppe für eine Schweiz ohne Armee

Habs Queer Basel

HAZ Queer Zürich 

Health For Future Switzerland

Hêvî Schweiz

Histoire publique

INAYA Basel

INAYA Zürich

Io l’8 ogni giorno, Ticino

Junges Grünes Bündnis Basel

Junge Grüne Kanton Aargau 

Junge Grüne Kanton Zürich

JUSO Schweiz

JUSO Kanton St. Gallen

JUSO Kanton Thurgau

JUSO Kanton Zürich

JUSO Stadt Basel

JUSO Stadt Winterthur

JUSO Stadt Zürich

JUSO Baselland

JUSO Zürcher Oberland

Kafi Klick

Kirchliche Gassenarbeit Bern 

Klimastreik Schweiz

Klimastreik Berner Oberland

Klimastreik Zürich

Kollektiv doykait

Kommunistische Jugend Schweiz

Krilp – Kollektiv kritische Lehrpersonen Zürich

kriPo – Kritische Politik an den Hochschulen Zürichs

KriSo Zürich – Forum für kritische soziale Arbeit 

Kritische Jurist*innen Zürich

Lesbenorganisation Schweiz (LOS)

LGBTQIA+ Support Gruppe

Linke PoC

Mädchenhaus Zürich

Männer gegen Gewalt an Frauen (nie-ok.ch)

männer.ch

Medica Mondiale Foundation Switzerland 

Medico international Schweiz

Netzwerk Recht auf Protest Basel

Ni una menos Basel

Ni una menos Zürich

OAT Aargau

OAT Bern

OAT Luzern

OAT Solothurn

OAT St. Gallen

OAT Zürich

OAT Zürcher Oberland

Organisierte Autonomie Zürich

Our Answer (Unsere Antwort)

Palästina Komitee Zürich 

Paranoia City Buchhandlung

PdA – Partei der Arbeit Zürich

Politische Frauengruppe St. Gallen

ProCoRe Schweiz

R.A.B Basel – Revolutionäres Antipatriarchales Bündnis

Radio LoRa

Revolutionärer Aufbau Zürich

Revolutionäre Jugend Aargau

Revolutionäres Streikkollektiv Zürich (RSK)

RJBW – Revolutionäres Jugendbündnis Winterthur

Rojava-Komitee Zürich

Rota – Migrantische Selbstorganisation

Rote Falken Zürich

SPAZ – Sans-Papier Anlaufstelle Zürich

Schwarzer Engel St. Gallen

Sex workers collective

Soziale Arbeit kritisiert

SP Frauen Schweiz

SP Frauen Kanton Zürich

SP Frauen Stadt Basel

SP Kanton Schaffhausen

SP Kanton St. Gallen

SP Kanton Zürich

Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern

SSM – Die Mediengewerkschaft

Strike WEF

Syna – die Gewerkschaft 

Syndicom Region Zürich/Ostschweiz

Telefon gegen Gewalt

Transgender Network Switzerland

Trotzphase

Union der kurdischen Frauenbewegung Schweiz

Verein Bisexuell Schweiz

Verein GrossmütterRevolution

Verein Kindheitspädagog*innen HF

Verein Netzwerk Avanti

Verein Pikett Asyl

Verein Zentralwäscherei

Vorwärts (die sozialistische Zeitung)

VPOD Region Basel

VPOD Schaffhausen

VPOD Zürich

Zentrum für Care Kooperativen 

Zürcher Berufsverband der Logopäd:innen

Zürich Solidarisch


Forderungen von Einzelpersonen im Bezug auf den Care Streik 27 und in Hinblick auf bezahlte oder unbezahlte Care-Arbeit sammeln wir auf forderungen.ch.

Einzelne Statements:

“care is a form of resistance. (quote: otobong nkanga)
art+care_cosmos für Austausch, Kompliz*innenschaft und Empowerment. Gemeinsam erwirken und gestalten wir die nötigen Transformationsprozesse im Kulturbetrieb und wir sind längst noch nicht fertig! Wir sind wütend und unendlich zärtlich zugleich. artandcare.org
Das vermeintlich autarke, von allen sozialen Verantwortungen befreite Künstlergenie ist eine überholte patriarchale Idee. Wir sind ein wachsendes Netzwerk von care-gebenden Künstler*innen. Wir arbeiten an einem Künstler*innenverständnis, das sich über Verbundenheit definiert: Wir denken das Schaffen von künstlerischen Projekten und das Mitgestalten von Leben zusammen. Wir verbünden uns zu Kompliz*innenschaften damit:
Kunstschaffen mit Carearbeit zu einer gesellschaftlichen Vision wachsen kann
wir uns unterstützt fühlen und uns gegenseitig unterstützen können
Bedürfnisse in geschützten Räumen ausgesprochen werden können
der Druck sich auflösen und unsere Kraft sich entfalten kann
die Verletzlichkeit als Grundbedingung des Lebens da sein darf
Kinder und weitere Caretaker*innen in unseren Leben willkommen sind
wir Pausen machen können, in welchen unsere Ressourcen nachwachsen
mehr Räume zugänglich werden für Caretaker*innen und Care*gebende
unsere Achtsamkeit über das Menschliche hinaus reicht
wir gemeinsam die Rollenbilder und Machtstrukturen verändern können
wir gemeinsam die Definition von Arbeit neu verhandeln.”

art+care

“Wir möchten, dass sich Folgendes verändert:
Für ein freies und gleichberechtigtes Zusammenleben fordern wir gleiche Rechte, Rechtsgleichheit, Gerechtigkeit und gleichen Lohn für gleiche Arbeit in allen Lebensbereichen. Darüber hinaus sollte in allen Institutionen – einschließlich der politischen Parteien und sämtlicher gesellschaftlicher Bereiche – eine gleichberechtigte Vertretung gewährleistet werden. Daher sollte das System der Doppelspitze (Co-Präsidentschaft) eingeführt bzw. umgesetzt werden.”

Beritan Frauenrat – Kurdische Frauenbewegung Zürich

“Jin, Jiyan, Azadî erinnert uns: Care-Arbeit macht das Leben erst möglich und lebenswert. Sie ist das Fundament der Gesellschaft. Sie wird mehrheitlich von Frauen und Queers geleistet, die massgebend zu sozialer Sicherheit und echtem Frieden beitragen.

Die zunehmende Militarisierung bedroht genau dieses Fundament: Sie verschlingt Ressourcen, die für Pflege, Bildung und Gemeinschaft gebraucht werden. Wir wissen: Die Entwertung der Sorgearbeit und die Unterdrückung von Frauen und Queers haben dieselbe Wurzel wie Krieg und patriarchale Herrschaft. Kapitalismus und Patriarchat brauchen einander und sind darauf angewiesen, dass reproduktive Arbeit unsichtbar bleibt.

Deshalb unterstützen wir den Care-Streik 2027 — als konsequente Fortsetzung unseres Kampfes. Denn patriarchale Gewalt und die Unsichtbarkeit von Sorgearbeit sind globale Systeme. Nur als organisierte Frauen und Queers können wir kollektive Kraft entfalten und uns gemeinsam gegen patriarchale Gewalt verteidigen. Unser Widerstand ist internationalistisch.”

– Berjîn Zenda Kurdischer Frauenrat Bern

“Wer sorgt für wen, unter welchen Bedingungen und mit welcher Anerkennung? Diese Fragen sind eng mit feministischen Forschungs-, Bildungs- und Gerechtigkeitsfragen verbunden. Und damit auch mit unserer Bibliothekstätigkeit.” 

Bibliothek Wyborada – feministische Bibliothek der Ostschweiz

“Ohne Sorgearbeit gibt es kein Leben, keine Wirtschaft, keine Kultur, rein gar nichts. Sie ist unser wertvollstes Gut. Sie gehört ins Zentrum von Wirtschaft und Politik. Es ist Zeit für eine Revolution.”

Büro für Feminismus

“Care-Arbeit ist eine der zentralsten Stützen unserer Gesellschaft und trotzdem bleibt sie unsichtbar, schlecht- oder unbezahlt. Wir streiken für alle Mamas, Eltern, Pflegenden, für jede Frau und genderqueere Person, die diese unbezahlbare Arbeit leistet.💜”

Campax

“Wir stehen ebenfalls für das Anstreben einer Gleichberechtigung im Feld der Care-Arbeit! Wir brauchen bessere Arbeits- und vor allem Lebensbedingungen für alle!”

Catcalls of Basel

“Weil Frauenhäuser einen unverzichtbaren und unmittelbaren Beitrag zur Sorgearbeit leisten.”

Dachverband der Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein (DAO)

“All struggles are connected! For a decolonial, queerfeminist & anti-imperialist perspective! Free Palestine, free Sudan, free Congo, Free Westsahara!”

DIA Kollektiv

“Fürsorge ist die Stütze der Gesellschaft. Ohne gute Pflege, engagierte Eltern, mutmachende Freundschaften funktioniert nichts. Heute lastet immer noch ein deutlich grösserer Teil dieser Verantwortung auf den Schultern von FLINTA-Personen. Es ist höchste Zeit, dass cis Männer einen fairen Beitrag leisten. Deshalb unterstützen wir den Care Streik 2027.”

Die Feministen

“Weil es wichtig ist, dass Care Arbeit sichtbarer und finanziell entschädigt wird.”

Eidgenössische Kommission dini Mueter (EKdM)

“Das queer-feministische Tanzkollektiv femtak setzt sich für die Anerkennung von Care-Arbeit als Fundament unserer Gesellschaft, gegen Gewalt an FLINTA-Personen sowie für mehr Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung unabhängig von Gender, Herkunft und Klasse ein.”

femtak – Feministisches Tanzkollektiv Basel

“Care-Arbeit anzuerkennen und gerecht zu entlöhnen, entzieht sich dem Interesse des kapitalistischen, rassistischen und patriarchalem System, in welchem wir uns befinden. Wir müssen verstehen, dass unsere Krisen zusammenhängen und einander begünstigen. Wir müssen unsere Anliegen intersektional und radikal miteinander verbinden und unsere Bedürfnisse kollektivieren sowie einander unterstützen. Das geht aber nur, wenn wir gemeinsam hinschauen, uns weiterbilden und voneinander lernen. Organisieren wir uns und kämpfen kollektiv für eine queer-feministische Zukunft!”

– FINTA-Treff St. Gallen

“Für eine feministische Revolution für das ganze Leben!”

– FIST – Feministisches Internationalistisches Solidarisches Treffen

“Auch Gastro ist Care-Arbeit. Wir unterstützen den Care-Streik 2027 weil er Care breit und unsere Kämpfe zusammen denkt!”

Gastra Kollektiv

“Die Unia unterstützt die geplanten feministische Mobilisierungen für den 14.6.2027: zusammen für Respekt, mehr Lohn, mehr Zeit!”

Gewerkschaft Unia

“Die Unia steht am 14. Juni 2027 auf der Strasse, weil unsere Kämpfe dieselben sind wie die des Feministischen Streikkollektivs. Unter dem Slogan «Respekt, Lohn, Zeit» ,diesmal mit einem klaren Fokus auf Care-Arbeit, setzen wir gemeinsam drei Schwerpunkte, die uns antreiben.

Erstens: bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege. Wer andere Menschen betreut und pflegt, verdient faire Löhne, ausreichend Personal und Bedingungen, die nicht krank machen.

Zweitens: Stopp sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Belästigung ist kein Kavaliersdelikt, sie ist Machtmissbrauch, der täglich stattfindet und viel zu oft verschwiegen wird. Wir fordern klare Konsequenzen und wirksamen Schutz für alle Betroffenen.

Drittens: höhere Frauenlöhne und Arbeitszeitverkürzung. Solange Frauen den Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit tragen, sind Lohnungleichheit und Altersarmut vorprogrammiert. Kürzere Arbeitszeiten für alle sind ein entscheidender Schritt zu echter Gleichstellung.

Die Unia vertritt Menschen aus der Pflege, der Kinderbetreuung und dem Gesundheitswesen, aber auch aus der Industrie, dem Bau, dem Gewerbe und dem Detailhandel. Branchen, in denen schlechte Arbeitsbedingungen, Lohnungleichheit und Belästigung alltägliche Realität sind. Feminismus ohne Arbeitnehmer*innenrechte bleibt unvollständig und Gewerkschaftsarbeit ohne feministische Perspektive auch. Deshalb sind wir dabei. Veränderung entsteht, wenn wir zusammenkommen.”

– Gewerkschaft Unia Zürich-Schafhausen

“Am 14. Juni kämpfen wir für eine solidarische Gesellschaft, in der unbezahlte Care-Arbeit endlich fair verteilt und wertgeschätzt wird – unter anderem durch eine paritätische Familienzeit von je 18 Wochen für beide Elternteile. Gleichzeitig fordern wir den konsequenten Schutz von Frauen und FLINTA-Personen vor Gewalt in allen Lebensbereichen: Dazu gehört im digitalen Zeitalter auch der entschlossene Kampf gegen sexualisierte Gewalt im Internet und ein striktes Verbot von Deepfake-Anwendungen.

Die Überwindung des Patriarchates ist das Fundament für eine gerechte Zukunft – wir sehen uns auf der Strasse!”

– Grüne Schweiz

“Unsere Auffassung von Sicherheit unterscheidet sich grundlegend von der derzeitigen Ausrichtung der Bundespolitik. Unsere Vision ist radikal anders: Sie beruht auf Solidarität, gegenseitiger Fürsorge und menschenwürdigen Lebensbedingungen für alle. Echte Sicherheit entsteht nicht durch mehr Waffen, sondern durch gute Bildung, zugängliche Gesundheitsversorgung und soziale Gerechtigkeit. Die Aufwertung der Care-Arbeit ist für kein Kostenfaktor – sie ist eine konkrete Investition in die Sicherheit aller Menschen.”

– GSoA – Gruppe für eine Schweiz ohne Armee

“Die habs queer basel unterstützt den Care-Streik 2027, weil die Anliegen von Care-Arbeit und queerer Gleichstellung eng zusammenhängen.

Queere Menschen sind von der Care-Krise oft besonders betroffen. Viele übernehmen Sorgearbeit für Freund:innen, Partner:innen oder gewählte Familien. Gleichzeitig erleben queere Menschen häufiger Diskriminierung im Gesundheitswesen, in der Pflege oder bei sozialen Unterstützungsangeboten. Zudem leisten Frauen, trans und nichtbinäre Personen einen überdurchschnittlich grossen Teil der oft unsichtbaren und schlecht anerkannten Care-Arbeit.

Als habs setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen selbstbestimmt leben können. Dazu gehört, dass Sorgearbeit sichtbar gemacht, fair verteilt und gesellschaftlich anerkannt wird. Care-Arbeit hält unsere Gesellschaft zusammen. Trotzdem wird sie häufig schlecht bezahlt, als selbstverständlich angesehen oder gar nicht entlöhnt.”

– Habs Queer Basel

“Bereits heute steht unser Gesundheitssystem vor multiplen Herausforderungen. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege bleiben dank der inkonsequenten Umsetzung der Pflegeinitiative durch die bürgerliche Mehrheit im Parlament prekär. Mit dem zunehmenden Älterwerden unserer Gesellschaft und der steigenden Belastung unsere Gesundheit und unseres Wohlbefindens durch die Klimakrise brauchen wir aber mehr den je ein stabiles und resilientes Gesundheits- und Pflegesystem. Eine Anerkennung und Aufwertung aller gesellschaftserhaltenden Care-Arbeit (ob bezahlt oder unbezahlt) ist in diesem Sinne schon längstens überfällig.”

Health for Future Switzerland

“Wir streiken, weil kurdische Frauen* mehrfach ausgebeutet und diskriminiert werden. Der Care-Streik 2027 ist ein wichtiger Schritt für eine solidarische Schweiz.”

– Hêvî Schweiz

“Bis dass Politik und Gesellschaft verstanden haben, dass Care-Arbeit die tragende Säule jeder Gesellschaft ist – und jede Form dieser Arbeit auch dementsprechend honoriert und anerkannt wird, werden wir nicht Ruhe geben.”

Histoire Publique

“Kein Mensch ist illegal. Wir fordern Gerechtigkeit und Bleiberecht für Flinta* Personen mit Fluchterfahrung. Wir fordern faire Arbeitsbedingungen für Menschen mit Fluchterfahrung, keine Barrieren im Wohnungs-und Arbeitsmarkt.”

INAYA Zürich

“Unbezahlte Care-Arbeit wird grösstenteils von FINTAs geleistet. Diese Arbeit darf nicht unsichtbar bleiben und muss am Care-Streik mit thematisiert werden: Care-Arbeit ist nicht nur Lohnarbeit, sondern ganz viel unbezahlte, ungesehene und nicht wertgeschätzte Arbeit. Eine solidarische Gesellschaft braucht zwingend einen Systemwechsel!”

JUSO Kanton Zürich

“Armutsbetroffene FINTA-Personen tragen eine massive Mehrfachbelastung: Sie leisten überdurchschnittlich viel unbezahlte Sorgearbeit und leben gleichzeitig häufiger unter prekären Bedingungen. Diese strukturelle Ungleichheit ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines Systems, das ausbeutet und benachteiligt.

Wir fordern entschlossene Maßnahmen zur Entlastung und zum Schutz von FINTA-Personen. Es braucht mehr niederschwellige Schutzräume, die Sicherheit, Unterstützung und Perspektiven garantieren. Statt Kürzungen braucht es einen konsequenten Ausbau von Angeboten und eine nachhaltige Finanzierung.”

Kirchliche Gassenarbeit Bern

“Wir fordern am Care Streik 27:

1. Wir fordern eine Entlöhnung unserer effektiven Arbeitszeit.
Wir Lehrpersonen leisten jedes Jahr 8 Wochen unbezahlte Überstunden. Wenn wir diese Arbeit nicht leisten würden, leiden darunter die Schüler*innen. Eine Erhöhung des Lektionenfaktors im Berufsauftrag ist nicht eine Lohnerhöhung, sondern eine Entlöhnung für die Arbeit, die wir längst leisten.

2. Wir fordern mehr Zeit pro Kind
Pro Kind haben wir täglich kaum 1 Minute Zeit für individuelle Lerngespräche.
Wie sollen wir so jedem Kind gerecht werden?
Wir fordern kleinere Klassen und mehr ausgebildetes Personal. Das heisst mehr Förderlektionen und mehr Teamteaching auf allen Stufen, damit eine inklusive Schule für alle Kinder und Jugendlichen zur Realität wird.

3. Wir fordern Chancengerechtigkeit
Die Schweiz gehört mit 45% Unterschied bei Bildungserfolgen zwischen Arm und Reich zu einem der Länder mit der grössten Bildungsungleichheit. Wir forden, dass kein Kind in der Schweiz in Armut aufwachsen soll und Benachteiligungen aufgrund von sozioökonomischem Status ausgeglichen werden sollen.”

– Krilp – Kollektiv kritische Lehrpersonen Zürich

“Ein Studium ist nicht inklusiv, besonders für Menschen mit Care-Verpflichtungen. Ein EP27 verschärft die Situation – für eine klassenübergreifende Vereinbarkeit von Care-Arbeit und Bildung!
Hochschulen akzeptieren Täter in Professuren, sexualisierte Übergriffe werden zu wenig verfolgt – Opfer- statt Täterschutz
UZH erlaubt nur binäre Geschlechtseinträge – Geschlechtsvielfalt auch offiziell anerkennen
FemStreik schafft es mit Regelmässigkeit, die Massen auf die Strassen zu bringen. Emanzipatorische müssen von unten an den Graswurzeln organisiert werden und so sehen wir als kriPo auch unsere Aufgabe. Veränderung kommt nicht aus dem System heraus sondern von uns allen.”

kriPo, kritische Politik an Hochschulen Zürich

“Care Arbeit wird vielfach von migrantisierten Menschen ausgeübt. Setzen wir uns deshalb gemeinsam für deren Rechte ein.”

Linke PoC

“Als Männer-Kollektiv ist es für uns selbstverständlich und absolut zentral, Forderungen zu mehr Care in unserer Gesellschaft zu unterstützen. Vehement und entschlossen!”

– Männer gegen Gewalt an Frauen (nie-ok.ch

“Für ein Ende der geschlechtsspezifischen Gewalt!”

medica mondiale Foundation Switzerland

“Protest braucht Care. Care braucht Protest. Wir müssen dem Protest Sorge tragen!”

– Netzwerk Recht auf Protest Basel

“Für uns bei Ni Una Menos Zürich ist der Care Streik 2027 kein Thema neben unseren Kämpfen, denn er ist derselbe Kampf. Das System, das Frauen und feminisierte Menschen ermordet, ist dasselbe, das ihre Arbeit unsichbar macht. Dabei handelt es sich um strukturelle Gewalt, deren Ursache in den patriarchalen Machtverhältnissen liegt. Nach wie vor werden in unserer Gesellschaft FLINTA abgewertet, ausgebeutet und als weniger lebenswert erachtet. Gemeinsam organisieren wir uns, hier in Zürich und weltweit gegen das Patriarchat und seine Alliierten.”

Ni una menos Zürich

“Weil der Kampf gegen Faschismus und der Kampf gegen das Patriarchat Hand in Hand gehen müssen.”

OAT St. Gallen

“Wir unterstützen den Care Streik 2027 weil es bitter nötig ist, dass Care in der Gesellschaft als essenzielle Arbeit anerkannt wird! Care-Arbeit muss dringend politisch mehr Aufmerksamkeit bekommen!”

Our Answer (unsere Antwort)

“Wir sind davon überzeugt, dass eine Gesellschaft nur so frei sein kann, wie es die Frauen* in dieser Gesellschaft sind.”

PdA, Partei der Arbeit Zürich

“Unsere Wut richtet sich gegen ein System, das Care-Arbeit ausbeutet, unsichtbar macht und auf unseren Rücken organisiert ist.
Der Care-Streik ist Teil eines grösseren Kampfes: gegen patriarchale Gewalt, gegen staatliche Untätigkeit, gegen Rassissmus, gegen rechte und antifeministische Angriffe. Die Care-Krise ist kein Zufall: Sie ist gewollt und systematisch produziert.
Als feministisches, antifaschistisches Radio wollen wir auch diesen Kampf hörbar machen. Wir tragen Wut nach aussen, wir verbinden Stimmen.
Wir stehen nicht daneben.
Wir senden mit euch.
Wir streiken mit euch.
Wir kämpfen mit euch.”

Radio LoRa

“Bessere Bedingungen bei der Arbeit für Migrant:innen”

– Rota Migrant – migrantische Selbstorganisation

„Sichtbarkeit schaffen für die Sans-papiers, Hausarbeiter:innen / Care-arbeiter:innen!”

SPAZ – Sans-Papier Anlaufstelle Zürich

“Als 40 Jahre alte Genossenschaftsbeiz, die Kollektiv geführt ist, selbstverwaltet und aus einer linksautonomen Bewegung entstanden ist, unterstützen wir natürlich auch den Care Streik 2027!”

– Schwarzer Engel St. Gallen

“Sexarbeit ist Arbeit! Wir wollen Rechte, keine Rettung!”

sex workers collective

“Wir unterstützen den Care Streik 2027, weil Care Arbeit viel zu lange marginalisiert und unsichtbar gemacht wurde. Wir können noch so lange von rechtlicher Gleichstellung sprechen, solange diese Gesellschaft auf der unsichtbaren Arbeit von Fintas baut, gibt es keine Gleichstellung. Wir haben genug, im 2027 fordern wir eine Aufwertung der Care-Arbeit.”

– SP Frauen Schweiz

„Care-Arbeit“ hält unsere Gesellschaft am Laufen.
Pflege, Kinderbetreuung, Hausarbeit, Bildung, emotionale Unterstützung – ohne Care-Arbeit läuft nichts. Trotzdem wird genau diese Arbeit politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich immer wieder abgewertet: systematisch unsichtbar gemacht, miserabel bezahlt und überproportional auf die Schultern von Frauen, Migrantinnen und marginalisierten Menschen abgeladen.
Das ist kein Versehen. Das ist Kalkül.
Wir sagen: Genug.
Am 14. Juni 2027 streiken wir gemeinsam – für faire Löhne, soziale Absicherung, echte Anerkennung und eine gerechte Verteilung der Sorgearbeit. Der Care-Streik ist kein Bitten. Er ist eine Forderung!
Die SP Frauen Zürich stehen solidarisch an der Seite aller, die am 14. Juni 2027 die Arbeit niederlegen. Weil Klatschen nie gereicht hat. Und weil jetzt gehandelt werden muss.”

SP Frauen Kanton Zürich

“Endlich die Pflegeinitiative umsetzen!”

SP Kanton Schaffhausen

“Ohne Care-Arbeit steht alles still – trotzdem wird sie schlecht bezahlt, unsichtbar gemacht und ungleich verteilt. Das müssen wir endlich ändern.”

SP Kanton Zürich

“Auf der Suche nach Profit hat der Kapitalismus die soziale Reproduktion der Menschen immer weiter untergraben, indem er diese Aufgabe an eine völlig unterbezahlte und grösstenteils weibliche Belegschaft ausgelagert hat.

Ohne freien und verlässlichen Zugang zu Pflege würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Ein Streik ist das wirksamste Mittel, um dies deutlich zu machen und sicherzustellen, dass jede:r Zugang zu der Pflege hat, die Mensch braucht, und dass diejenigen, die diese Pflege leisten, die nötige Mittel und Kompensation haben.”

Strike WEF

“Als Gewerkschaft unterstützen wir den feministischen Care Streik 2027 aus verschiedenen Gründen: Frauen/FLINTA-Personen leisten den grössten Teil der Care Arbeit. Wir wollen, dass diese für die Gesellschaft unerlässliche Arbeit sichtbar ist und sie anständig entschädigt wird. Unregelmässige und flexibilisierte Arbeitszeiten und Schichtarbeit, sowie die stetig wachsende Mehrfachbelastung sind in unseren Branchen ein grosses Problem. Arbeitgeber und Männer stehen in der Verantwortung!”

– syndicom Region Zürich/Ostschweiz

“Seit langem ist CARE in allen Facetten ein wichtiges Thema in der GrossmütterRevolution. Am diesjährigen Internationalen Caretag, 29.10.26, planen wir mit anderen Playern vielfältige Aktionen in der ganzen Schweiz: internationaler-care-tag.ch . Wir verstehen diesen Tag auch als Vorbereitung auf den CareStreik 2027.”

Verein GrossmütterRevolution

“Uns ist wichtig, dass Flinta, Menschen und Kinder mit Behinderungen nicht als Last angesehen werden. Dafür muss Care Arbeit von unserer Gesellschaft wertgeschätzt werden, gut bezahlt sein und vor allem betreuende Flintas unterstützt werden.”

Verein Netzwerk Avanti

“Besonders geflüchtete und migrantische FLINTA*-Personen tragen einen grossen Teil der Care-Arbeit. Oft unbezahlt, unsichtbar oder unter prekären Bedingungen. Gleichzeitig produziert das Asyl- und Grenzregime Unsicherheit, Isolation und Abhängigkeiten, die Care-Arbeit erschweren und zusätzliche Belastungen schaffen. In unserer Arbeit erleben wir täglich, wie eng rassistische Abschottungspolitik, soziale Ungleichheit und die Abwertung von Care-Arbeit zusammenhängen. Pikett Asyl unterstützt den grossen Care-Streik 2027, weil Care-Arbeit, Bewegungsfreiheit und soziale Gerechtigkeit untrennbar miteinander verbunden sind.”

Verein Pikett Asyl

“Der Zürcher Berufsverband der Logopäd:innen unterstützt den Care Streik 2027, weil Sorgearbeit unsere Gesellschaft trägt und dennoch oft unsichtbar bleibt.
Als Logopäd:innen leisten wir täglich Beziehungs-, Bildungs- und Gesundheitsarbeit. Gleichzeitig erleben wir, wie viel unbezahlte Arbeit in unserem Beruf ausserhalb der regulären Arbeitszeit erbracht wird. Logopädie ist ein stark altruistisch geprägter Beruf mit begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten. Zudem arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen in Teilzeit und übernehmen neben ihrer Erwerbsarbeit einen grossen Teil der unbezahlten Care-Arbeit zu Hause.
Mit unserer Unterstützung des Care Streiks zeigen wir Solidarität mit allen Menschen, die täglich bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit leisten. Wir fordern mehr Anerkennung, bessere Rahmenbedingungen und eine gerechtere Verteilung von Care-Arbeit. Eine Gesellschaft, die Sorgearbeit wertschätzt, stärkt die Lebensqualität aller.”

– Zürcher Berufsverband der Logopäd*innen

Aufruf zum Care Streik 2027 – in einfacher Sprache

Care-Arbeit (Deutsch: Sorge-Arbeit) heisst: füreinander sorgen.
Care-Arbeit betrifft uns alle.
Wir alle leisten Care-Arbeit.

Care-Arbeit ist zum Beispiel:
Kinder betreuen.
Kranke oder alte Menschen pflegen.
Zuhören und füreinander da sein.

Care-Arbeit richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen.
Sie sorgt dafür, dass Menschen gesund bleiben.
Sie erhält unser körperliches, geistiges und emotionales Wohl.
Ohne Care-Arbeit kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren.

So wie es jetzt ist, gilt Care-Arbeit als weibliche Arbeit.
Darum wird sie abgewertet.
Abgewertet heisst zum Beispiel:
Sie wird schlechter bezahlt.
Und sie bekommt wenig Anerkennung.
Das nennt man Feminisierung.

Dabei ist Care-Arbeit wichtig.
Und man muss sie lernen.

Care-Arbeit wird zum grossen Teil von FLINTA-Personen geleistet.
Also von Frauen, Lesben, inter, nicht-binären, trans und agender Personen.
Auch Migrant:innen und andere benachteiligte Gruppen leisten viel Care-Arbeit.

Diese Menschen müssen diese Arbeit machen.
Obwohl sie schlecht bezahlt ist.
Weil sie sonst arbeitslos wären.
Oder weil sie sonst keine andere Wahl haben.
Nur darum funktioniert das Gesellschafts-System heute noch.

Care-Arbeit betrifft alle Menschen.
Denn alle Menschen brauchen Care.
Das wird sich nicht ändern.

In Zukunft wird es sogar mehr Care-Arbeit brauchen.
Die Menschen werden immer älter.
Ausserdem gibt es mehr Krisen durch die Klima-Erwärmung.
Das bedeutet: Es braucht mehr Pflege, Betreuung und Unterstützung.

Trotzdem wird Care-Arbeit schlecht behandelt.
Unsere Wirtschaft nutzt Care-Arbeit aus.

Auch die Politik verhindert Verbesserungen.
Unter dem Vorwand von Spar-Massnahmen
wurde die Pflege-Initiative geschwächt.
Mit dem „Entlastungspaket 27“
sollen Ausgaben im Sozialen weiter gekürzt werden.

Weniger Geld für Bildung und Gesundheit
gefährdet die bezahlte Care-Arbeit.
Es droht ein Zusammenbruch.

Gleichzeitig geht viel Geld ins Militär.
Damit kauft es sich Waffen und vergrössert sich.
Die Bürgerlichen nennen das „Sicherheit“.

Doch diese Sicherheit meint Abschottung und Waffen.
Sie schützt vor einem angeblichen äusseren Feind.
Schwierige Lebens-Bedingungen bleiben bestehen.

Unser Verständnis von Sicherheit ist anders.
Sicherheit heisst für uns:
Keine Armut.
Gute Gesundheits-Versorgung.
Gute Kinder-Betreuung.
Zeit füreinander.

Sicherheit heisst: genug Geld und Zeit für Care-Arbeit.
Denn Care-Arbeit sichert Leben.

Das Grund-Problem ist grösser.
Heute muss alles schnell und billig gemacht werden.
Alles muss immer mehr Geld bringen.
So funktioniert Care-Arbeit nicht.
Weil sie Zeit braucht.
Und weil sie schlechter wird,
wenn alles schnell gehen muss. 

Aber die heutige Gesellschaft ist auf Care-Arbeit angewiesen.
Und sie will sie so billig wie möglich.
Am liebsten unbezahlt. 

Eine gerechte Gesellschaft braucht ein anderes System.
Ein System, in dem Care im Mittelpunkt steht.
Ein System, das allen Menschen dient.
Nicht nur den Reichen.

So kann es nicht weitergehen.

Damit Care-Arbeit gesehen und anerkannt wird,
muss sie stillstehen.

Am 14. Juni 2027 streiken wir.
In allen Bereichen der Care-Arbeit.
Bezahlt und unbezahlt.
Zu Hause und am Arbeits-Platz.
In Pflege, Bildung, Betreuung, Reinigung, Sex-Arbeit,
und überall sonst.

Denn ohne Care-Arbeit geht gar nichts.

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