Feministische Unterstützung für Proteste in Polen!

Trotz Kälte, Schnee und Regen (und Repressionen durch die Polizei) gehen in Polen seit dem 22. Oktober jeden Abend Menschen auf die Strasse. Am Tag unserer Solidaritätsaktion werden es 51 Tage sein, in denen sich mutige Personen unermüdlich für Frauenrechte, Rechte der LGBT+ Community und Demokratie stark machen. Wir möchten diesen Menschen, insbesondere den in Polen lebenden FLINT*-Personen, Mut zusprechen, ihnen von der Schweiz aus zurufen „Ihr seid nicht allein, Geschwister!“

Lasst uns deshalb bis Samstag, 12. Dezember eine kurze Solidaritätsbekundung in Form einer Videobotschaft zukommen!

Ihr könnt sie unkompliziert mit dem Smartphone aufnehmen. Wir werden alle Beiträge aufarbeiten, mit Untertiteln versehen und den Streikenden in Polen zukommen lassen. Es muss keine ausgefeilte Rede sein, Worte der Solidarität sind ebenso willkommen. Die max. 5-minütige Botschaft sollte auf Schweizerdeutsch, Hochdeutsch oder Englisch sein und kann Folgendes enthalten

– deinen Vor- und Nachnamen
– den Namen der Organisation für die du sprichst
– den Sitz der Organisation in der Schweiz
– 1-2 Sätze über deine Organisation
– deine Solidaritätsbotschaft
– Was du den FLINT*-Personen in Polen für die Zukunft wünschst
Eure Videobotschaft könnt ihr uns via WhatsApp oder Telegram senden, an Kata Waniek unter +41 76 612 55 45 oder per Mail an dziewuchy.schweiz@gmail.com

Wir sind um jeden Beitrag dankbar, um den Menschen in Polen Zuversicht und Kraft zu spenden und das Feuer zu nähren, dass sie antreibt. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen der feministischen Solidarität setzen, die auch in Zeiten von Corona Grenzen überwinden kann!


Bei den landesweiten Streiks in Polen geht es keineswegs nur um die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes, bei der FLINT*-Personen betroffen sind.
Die Demonstrierenden fordern:
– eine zeitgemässe Geburts- und Reproduktionsmedizin
– den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen
– ein säkularisiertes Bildungswesen und Sexualkundeunterricht an Schulen
– unabhängige Kommissionen zur Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche
– Die Beendigung der Finanzierung der Kirche aus dem Staatsbudget (Anmerkung: in Polen gibt es keine Kirchensteuer)
– die Umsetzung der Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen FLINT*-Personen und häuslicher Gewalt
– die Berücksichtigung und Anerkennung unbezahlter Sorgearbeit von FLINT*-Personen in der staatlichen Altersvorsorge
– Sozialabsicherung von Familien von Menschen mit Behinderung
– Lohngleichheit ungeachtet des Geschlechts
– ein Polen, in dem Menschenrechte für alle gelten, für Frauen, Menschen aus der LGBT*QIA+-Community, Menschen mit Behinderungen, für Angehörige nationaler, ethnischer und religiöser Minderheiten, Senior*Innen sowie Menschen aus prekären wirtschaftlichen Verhältnissen.

Lassen wir die Menschen in Polen nicht allein!

(FLINT* steht für Frauen*, Lesben, inter, non-binary und trans* Personen und ist eine Abkürzung, die nicht nur Frauen in feministische Arbeit und Feminismus inkludieren will, sondern kurz alle Personen, die vom Patriarchat unterdrückt werden)